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Gwendoline - Bilderbuch einer jungen
Freibergerstute |
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Eigentlich war es uns wichtig
gewesen, ein eingefahrenes Pferd zu kaufen, um die Sicherheit zu haben, dass es
sich überhaupt einspännig fahren lassen würde. Dass dies kein Problem sein
würde, hatte uns Gwendolines Verkäufer immer wieder versichert; und er hat
Recht behalten!
Da Gwendoline keinerlei Schwierigkeiten hatte, unternahmen wir bald die ersten Spaziergänge. Es war gut, dass Carl schon so oft ausgeritten war und sie daher die Gegend kannte.
Im Mai begannen wir, sie Reifen schleppen zu lassen.
Gwendoline war immer die Ruhe selbst, und unsere Übungseinheiten waren immer kurz und erfolgreich, da sie zwar oft aufgeregt, aber doch immer kooperativ war.
Am 10. Juli war es dann endlich
soweit, und wir haben sie zusammen mit meinem Fahrlehrer erstmals vor die
Kutsche gespannt und sind zwanzig Minuten unterwegs gewesen.
Vom 1. - 12. August dauerte unser "Einfahrkurs". So gut wie jeden Tag kam mein Fahrlehrer, und wir machten stetig größer werdende Runden.
Schon am 5. August hielt ich dann zum ersten Mal selbst die Leinen in der Hand. Welch ein unglaubliches Gefühl!
Gwendolines Einfahren beendeten wir am 12. August ohne irgendwelche Zwischenfälle.
Nach nur wenigen Tagen vertrauten wir Gwendoline schon alle Kinder an, und seither fahren wir mindestens einmal wöchentlich spazieren. Meistens sind es lustige Familienausflüge. Gwendoline war bisher immer brav
vor der Kutsche und hat nichts ausprobiert. Sie war und ist unerschrocken und immer die
Ruhe selbst. Wenn sie zunächst vor etwas Angst hatte, blieb sie einfach stehen.
Es reichte dann aus, wenn einer von uns vorweg ging, und sei es auch nur
Leopold, unser Vierjähriger. Diese unfreiwilligen Stops zogen sich einige
Monate hin, bevor Gwendoline dann das ganze Vertrauen hatte und nun überall
vorbeigeht. Auch große Landmaschinen und der Straßenverkehr von Starnberg
bereiten ihr keine Schwierigkeiten. |